Auf Etiketten von Nahrungsergänzungsmitteln findest du neben der Menge eines Vitamins oder Mineralstoffs oft eine Prozentangabe mit dem Kürzel NRV. Was steckt dahinter?
NRV = Nährstoffbezugswert
NRV steht für „Nutrient Reference Value“, auf Deutsch Nährstoffbezugswert. Die Werte sind in der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Anhang XIII) festgelegt. Sie dienen als einheitliche Bezugsgröße für Erwachsene, damit Produkte miteinander vergleichbar sind.
So liest du die Angabe
Die Prozentzahl zeigt, welchen Anteil des Nährstoffbezugswerts eine Tagesdosis abdeckt. Ein Beispiel: Der NRV für Magnesium liegt bei 375 mg. Enthält eine Tagesdosis 400 mg Magnesium, entspricht das rund 107 % NRV.
Einige Nährstoffbezugswerte im Überblick
| Nährstoff | NRV pro Tag |
|---|---|
| Magnesium | 375 mg |
| Zink | 10 mg |
| Selen | 55 µg |
| Biotin | 50 µg |
| Vitamin C | 80 mg |
| Vitamin D | 5 µg |
| Vitamin B12 | 2,5 µg |
| Folsäure | 200 µg |
Warum steht bei manchen Zutaten kein %NRV?
Nährstoffbezugswerte gibt es nur für bestimmte Vitamine und Mineralstoffe. Für Pflanzenextrakte, Kreatin, Melatonin oder Cholin ist kein NRV festgelegt. Deshalb steht in der Tabelle dort ein Strich.
Mehr ist nicht automatisch besser
Ein Wert über 100 % ist zulässig, solange die Produkte den rechtlichen Vorgaben entsprechen. Halte dich trotzdem immer an die empfohlene Tagesdosis auf der Verpackung und denke daran, dass Nährstoffe auch aus deiner Ernährung und anderen Produkten kommen.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise.